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Literatur und Natur: Lesung im Lechpark Pössinger

Im vierten Jahr in Folge haben Mitglieder des Landsberger Autorenkreises Geschichten und Gedichte aus ihren eigenen Werken an „verwunschenen Plätzen“ im Wildpark in der Pössinger Au gelesen. Nach Nieselregen, brütender Hitze und Mückenplage in den Vorjahren waren die Bedingungen bei Sonnenschein und milden Temperaturen dieses Mal optimal. Entsprechend groß war der Andrang der Zuhörer. Dr. Gaudlitz vom städtischen Forstamt musste sogar nochmals ausrücken und die Zahl der zur Verfügung gestellten Bänke aufstocken.

Auch das Angebot des Autorenkreises hatte sich vergrößert. So waren dieses Jahr an den vier Standorten, die sich bequem per Sonntagsspaziergang erwandern ließen, jeweils zwei Autoren vertreten. Von Heilpflanzengedichten über Verschrobenes und Verrücktes, von Lechlyrik und Lechprosa bis hin zu allerlei tierischen Geschichten konnte sich Jung oder Alt nach eigenem Geschmack die Rosinen aus dem Angebot herauspicken.

Die von vielen zuerst angesteuerte Station lag am Pavillon in der Nähe des Kneippbades. „Ich bin noch da“ lautet der Wegbegleiter für Mit-Menschen von Demenz-Kranken, aus dem Heidi Glatz dort vortrug. Außerdem las sie Gedanken und Gedichte über Natur und Mensch. Renate Exsz hatte unter anderem „Gedachtes und Gelachtes“ aus ihrer letzten Veröffentlichung mitgebracht.

Helmut Glatz und Angelika Müller erwarteten die Zuhörer beim alten Pumphaus. Hier gab es neben Natürlichem, Tierischem und Menschlichem auch manch andere verrückte Geschichte zu hören.

Ein Nest voller Wildbienen war dafür verantwortlich, dass der Leseort bei der Wildfütterung diesmal etwas weiter entfernt an den Rand der Lichtung verlegt werden musste. Der Lechlyriker Hans Schütz hatte neben Gedichten auch Geschichten über den ehemals „wilden Hund“ Lech mitgebracht. Marianne Porsche-Rohrer sorgte mit Heilpflanzengedichten aus ihrem Buch „Mit Malventee am Kanapee“ für humorvolle Abwechslung.

Der Buchloer Autor Boris Schneider las wie in den Jahren zuvor in der Hütte am Biberaltwasser. Dieses Jahr hatte er Auszüge aus seinem Tierfantasy-Roman „Mauszeiten“ mitgebracht, der 2013 in Papierfresserchens MTM-Verlag erscheinen wird. Die Gebrauchs- und Benutztexte aus dem vielschichtigen Werk von Thomas Glatz bildeten dazu einen interessanten Kontrast und regten zum Schmunzeln und Nachdenken an.

Alles in allem war die Lesung ein voller Erfolg. Diese spezielle Art, die eigene Literatur unter die Zuhörer zu bringen, hat sich mittlerweile gut etabliert und findet mehr und mehr Anklang. Wer sich jetzt ärgert, dass er es verpasst hat, sich bei Mutter Natur Geschichten und Gedichte vortragen zu lassen, der kann auf nächstes Jahr hoffen, wenn Literatur und Natur im Lechpark den fünften Geburtstag feiern.

Dr. Boris Schneider