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In der Erasmuskapelle im Stadtmuseum Schongau


Frau Marianne Porsche-Rohrer hatte die Moderation übernommen; bei ihrer Begrüßung erzählte sie von der bewegten Geschichte des beeindruckenden Museums. Anschließend lasen Helmut Glatz, Franz Oberhofer, Paul Wendland, Fred Fraas, Gerwin Degmair, Heidi Kjaer, Roland Greißl, Thomas Glatz und Max Dietz. Den musikalischen Beitrag für diesen Abend leistete Heidi Fernsemmer an ihrer Zither.

Was liest man, wenn einem Engel und Heilige über die Schulter schauen, vom Fußballkrieg draußen in diese friedliche, erhabene Sammelstelle einer Kapelle entrückt?
Nun, die Autoren fanden sich schnell zurecht in dieser auch für sie besonderen Umgebung und präsentierten den lauschenden Zuhören auf den Stühlen und denen an der Wand ein philosophisch-religiöses Programm der Sonderklasse. Ihre Gedanken und deren Gebäude vermochten den altehrwürdigen Raum schnell zu füllen.
Ganz nebenbei türmten sich Fragen auf Fragen: Wenn man zum Beispiel die drei Dimensionen von einer vierten (engelüberwachten?) umschlossen akzeptiert, wie verhält sich da die Wirklichkeit zur Wahrheit? Und wenn jemand wie Luzie auf nichts verzichten will, ersetzt dann eine gespenstische Karussellfahrt die Dreh- und Angelpunkte eines Anlageproduktes? Schließlich: Welcher Petrus-Nachfolger schwankt weniger auf seinem Felsen, wenn das Christenland zu bersten droht? Und endlich: Wie kann der Mensch als Erdenpilger dem Licht des Lebens auch in der Aufbruchzeit dienen?



Ganz schön brennend, diese Fragen! Da kamen als Abkühlung zwischendurch die „zugige“ Geschichte von der Phantasiereise in Empfindungslandschaften oder die Begegnung mit der Roboterin Elfe 13 ganz gelegen. So kann des Pudels Kern einer imaginären Selbsthilfe also sehr gut der Besuch dieser Lesung gewesen sein! Fortsetzungen dürfen gerne folgen.

Max Dietz