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Literarisch-musikalischer Funkenflug


Die Lesung des Landsberger Autorenkreises in der Säulenhalle während der Jahresausstellung des RBK stand unter dem Motto „Kunst, du schöner Götterfunken“.

Alle Bemühungen im Alltag, in der Politik und der Kunst werden letztlich nur durch diesen Funken wahrhaft gut und erfolgreich. Wem er fehlt, muss sich mit bescheideneren Ergebnissen zufrieden geben, wie schon Ludwig Thoma in seinem heiteren, aber hintersinnigen Sketch „Ein Münchner im Himmel“ erzählt.

Alle Autoren haben sich lustvoll oder ernsthaft von diesem Funken entzünden lassen. Geschliffen und prägnant formulierte Reinhard Wendland seine Gedanken zur Kunst. Nach ihm brachte Hans Schütz eine Auswahl seiner Haikus, die in knapper Form eindrucksvolle Naturschilderungen sind. Berührend waren die Texte von Corinne Haberl, und Heidenore Glatz beschrieb staunend den großen Meister Natur, der unsere Erde mit wunderbaren Farben täglich neu gestaltet. Auch Hannelore Warreyn und Paul Wendland entdeckten bewundernd die Vielfalt der Kunst.

Das Zerstörerische des Bösen führte Roland Greißl den Zuhörern mit seiner Ballade „Die schwarze Lawine“ eindrucksvoll vor Augen; unwiederbringlich sind die Kunstschätze, die jüngst in Syrien sinnlos vernichtet wurden. Fröhlich dagegen konnte Renate Exsz ein gerade neu geschaffenes „Kunstwerk“ präsentieren: Kinder aus dem Kinderheim St. Alban hatten ihre Jeans farbenfroh mit vielen kleinen Bildern bemalt. Und Lisa Klotz berichtete in einem launigen Text von Kunstveranstaltungen, die sie in ihrer Kindheit mit den Eltern absolvieren durfte – oft auch musste.

Feinsinnig und mit schwebender Fantasie führte Helmut Glatz die Zuhörer durch seine Stadt, die es gar nicht gibt, begleitet von Verdi, Haydn und Rossini; aber auch Nietzsche, Kazantzakis, Freud, Heine, ein bisschen Whiskey oder Gin und natürlich der große Mond waren mit dabei.

Locker moderiert hat diese unterhaltsame und anregende Lesung Lore Kienzl. Die beiden Vollblutmusiker Eberhard Linck an Bass und Sopranflöte und Jörg Illner mit Mandoline und Gitarre begleiteten und ergänzten in wunderbarer Weise den Kunst-vollen literarischen Nachmittag.

Lore Kienzl