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Plauderstunde beim Autorenkreis

Eine Plauderstunde sollte es werden, bei der man dem Alltagstrott entfliehen und sich in Traumirrgärten verlieren kann, so versprach Moderatorin Angelika Müller einleitend bei der Februarveranstaltung des Landsberger Autorenkreises, und sie machte sich gleich selbst auf eine Naturwanderung ins Graspolstervergnügen, ins „Jetzt, das an gestern erinnert“. Wie bei freien Lesungen üblich, wurde die Reihenfolge ausgelost.

Lore Kienzl erzählte eine vergnügliche Geschichte von einem Hund, der schlauer war als sein Besitzer, was ja gelegentlich vorkommt. Paul Wendland, sprachgewaltiger Wortakrobat aus Hohenfurch, dichtete von Eismondnächten und Augenblicken der Begegnung als „Seelenbrücke zwischen den Menschen“. Höchst irritierend die Geschichte von Max Dietz über den „Fotografen G“, dem Landsberg immer wieder Überraschendes, Unentdecktes, Unheimliches bietet, ihn mit „Unvertrautem bedroht“. Erst in der Ferne spürt er ein nie gekanntes Gefühl: Heimweh.

Heiteres und Ernstes, Lyrik und Prosa wechselten sich in bunter Folge ab. Reinhard Wendland unternahm eine heitere Verswanderung zu den menschlichen Organen, zu Niere, Blase und Lunge. Bei der Seele aber hörte der Spaß auf, und es wurde tiefsinnig-ernst.
Gedanken- und stimmungsvoll die Gedichte der beiden folgenden Lyrikerinnen. Carmen Kraus widmete sich der Ruhe in vielerlei Facetten: „Was zu dir will, findet leise statt“, und Hannelore Warreyn riet ihrem Sohn: Gehe deinen Weg!

„Was ist Heimat?“, fragte Fred Fraas in einem langen, wunderbaren Gedicht. Und er wusste eine Menge Antworten: Heimat, die wächst innerlich; Heimat ist der kleine Stich im Herzen.
Auch Klaus Köhler erzählte von der Heimat, nämlich von seiner Kinderheimat in Holstein und einem höchst dramatischen Rodelunfall.

Zuletzt wurde es dann doch noch märchenhaft: Helmut Glatz schickte die kleine „Gis“ auf eine fantastische Heldenreise, um die Sirenen singen zu hören und dem Sphärengesang im Gebälk des Weltgefüges zu lauschen.

Helmut Glatz