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Mundarten unter der Regie des Zufalls


Zur diesjährigen Mundartlesung lud der Landsberger Autorenkreis nach Peiting ein. Im Gasthof „Zum Buchberger“ kamen an die 40 Freunde der Mundart zusammen. Durch den Abend führte der in Peiting heimisch gewordene Autor Hans Schütz, ein Lechbrucker, der sich mit seina Gschichtla und Versla im Ostallgäuer Dialekt bereits einen Namen gemacht hat. Die aus Siebenbürgen stammende Adelheid Reßler, auch sie keine Unbekannte, sorgte mit Harmonika und Gesang für die gern gehörten musikalischen Zwischenspiele.

Die Regie des Zufalls brachte es mit sich, dass dieser Leseabend sich über 13 Stationen hinzog. Sie wurden von zehn Vortragenden bestritten: Hans Schütz (Ostallgäuerisch), Claire Guinin (Münchnerisch), Helmut Glatz (Bairisch), Klaus Wuchner (Niederbairisch), Fred Fraas (Oberfränkisch), Heidi Kjaer (Peißenberger Mundart), Marianne Porsche-Rohrer (Berlinerisch), Max Dietz (Oberpfälzisch), Inifrau von Rechenberg (Bairisch) und Adelheid Reßler (Siebenbürgisch-Sächsisch).
Ein gelungener, facettenreicher Abend. Er hielt nicht nur mundartliche Idyllen bereit. Viel Beifall gab es auch für kantige Verse und Wortarrangements, für aufrüttelnde Reime, für Hinterkünftiges und für liedhaft gelungene Poesie. Sie erhärten den Beweis, dass der literarische Gebrauch von Mundart sich von der Nostalgie unschwer abzukoppeln vermag und durchaus zukunftsfähig ist.


Benno von Rechenberg