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Musikalisch begleitet vom Uttinger Hafenduo und den Landsberger Dachkammersängern

Max Dietz
begrüßt als Moderator die überaus zahlreich erschienenen Zuhörer, von denen außer den Lesenden des Autorenkreises im Folgenden auch einige Weitere zum Gelingen des Abends beitragen werden.

Heidi Kjaer
lobt das „Mundarttreffen dann und wann – und wir hocken alle zamm …“, zeigt auf, dass sie im Lechroan geborgen ist, und dass ihre Katz’, vor Staunen darüber, wie viele Japaner die bayeri-schen Schlösser besuchen, sogar ihren Gspusi vergisst.

Die Dachkammersänger
singen/spielen über diesen Vogel, der unermüdlich „Kuckuck“ ruft, trotz Regen und Schnees. Und zuletzt landet so ein Kuckuck scheinbar sogar im Bett einer der Sängerinnen?

Carmen Kraus
liest ihre nachdenklichen Erinnerungen in Banater Mundart an die Zeit vor nunmehr dreißig Jahren, da ihr Herz die Zähne „zammebeiße“ musste, und will uns gar nicht lange quälen mit einem „Zweiminutengedicht“, erst eine Stunde vor Beginn der Lesung geschrieben.

Claire Guinin
klärt ein Missverständnis auf mit „Zuagroasten“, die kein „Boarisch“ verstehen, dort in Hinternhausen. Jetzt ist es anders geworden mit derartigen Mitbürgern, aber damals hat eine solche Familie sogar die Flucht ergriffen, nachdem „die Inka zu ihrem Malte“ meinte, dass die versteckten Goaßerln zum Foltern ihrer Kinder verwendet werden könnten.

Lore Kienzl
reimt auf Bayrisch: „t’Schof am Hang – schreien scho lang – dass’s Frühling werd …“, und über die „zwoa Seitn“ des Gegensätzlichen von Mann und Frau, Tag und Nacht und wie sich um dieses die Welt dreht.

Das Hafenduo
Stimmt milde mit einer seiner schönen Melodie.

Fred Fraas
kramt sein Fränkisch heraus und dann auf die Zunge mit diesen „Keesquärkla vom Franken-wald“, die sein „Willibald“ auf großzügige Hausmacher Art zuzubereiten weiß. Und darüber, dass es in gewissen Stunden gut tut, „Geh efters hie, geh efters hie“ als Quintessenz aus Besuchen am Friedhof zu erarbeiten, wenn die Geister der Verblichen ihm klar machen, dass in hundert Jahren eh alles umgegraben wird.

Max Dietz
sieht in poetischer Art beim Entenfüttern am Ammersee zu und wie sich Tischnachbarinnen über das Ja und Nein der Zulässigkeit dieser Tätigkeit zanken. Dann folgt sein Abgesang auf die Natur, in der Löwenzahn in Konkurrenz zu Wind-Monsterrädern um die Gunst eines Wolpertingers in Sydney buhlt.

Hannelore Warreyn
erinnert sich in einem Mundartgedicht ihrer Oberpfälzer Herkunft.

Günter Bohn
„hat uns a Bleamerl pflückt“, bevor die …

… Dachkammersänger
mit „Hammelfleisch“ verwöhnen, und eine …

… Pause
mit Frau Spenglers Führung durchs Weiß-Anwesen im Angebot ist.

Das Hafenduo
begrüßt musikalisch zum zweiten Teil der Lesung.

Marianne Spengler
erzählt, wie es beim ‚„Waschen früher“ zugegangen ist, wobei der Ellighofener Unterdialekt den Holzbottich mit Aschenlauge füllt. Das Rezept ihrer Großmutter zur eigenen Herstellung von Kernseife, eine der Voraussetzungen für strahlend weiße Hemdkragen, behält sie leider für sich.

Hans Schütz
als Mitverfasser des Bildbandes „Lechliebe“, handelt daraus im „postallgäuer Dialekt“ die „Wiespredigt“ ab und lässt uns von der Hohen Bleick aus die Natur inklusive Bergen bewundern, ein Paradies, dem die Wies am nächsten steht. Daraufhin lässt er die „Skeletter mit Haarkämmen und sauber verschobenen Gesichtern“ am Protest zu einer Straße durch die alten Gräber teilhaben, schwer enttäuscht vom Kreisheimatpfleger. Doch er rät auch, zu „prüfen, wer sich ewig bindet“ und denkt dabei an den evangelischen Pfarrer, der sich wegen seiner anmaßenden Frau das Zölibat zurückwünscht.

Die Dachkammersänger
lassen von einem „närrischen Weib“ hören, halb verrückt, weil ihre Katz fort ist – die allerdings „pumperlgsund“ hinter der Tür zuhört.

Klaus Köhler
alias Linkshänder „Bendix“ wurde von Fräulein Lehrerin Krohn nicht nur zum Rechtshänder umerzogen, da es 1943 „keine Linkshänder“ zu geben hatte. Nein, Bendix liebte diese Lehrerin mit ihren schneewittchengleichen Locken, selbst dann noch, als sie heiratete und Frau Schröder hieß – dann aber auf eine etwas andere Art. Da die „plattdütsche“ Fassung seiner Erzählung war und nicht jeder dieses Dialektes mächtig ist, wiederholte er sie anschließend auf Hochdeutsch.

Helmut Glatz
las vom fränkischen „Garten hinterm Hiechela“, wo sich das „Iechela mit Stachela“ so lieb auf die Hand nehmen lässt, dass er es gleich noch in Oberpfälzisch/Egerländisch und in Bayerisch vortrug. Doch Achtung! In jeder dieser Fassungen werden die Finger zerstochen.

Dachkammersänger,
die das „Annamirl“ besingen.

Günter Bohn
forderte die Zuhörer zum Mitmachen auf bei einer 1.Mai-Versammlung der Gewerkschaften, wo die ersten drei Wörter eines Redners jeweils beklatscht wurden. Zu „… müsst ihr arbeiten!“ rief man dann allerdings: „Haut ihn runter!“

Thomas Glatz
lässt aus seinem Laptop den Adolf Fuhrmann sprechen. Es handelt sich um ein Ofenrohr, der „Schrumse, Kardauzenschlunz“, in Kauderwelsch, was wegen einer Kartoffel im Mund des Redners insgesamt sehr undeutlich bleibt.

Heidi Kjaer
will mit uns „nausgeh, denn Frühling liegt in der Luft“ und hofft auf „ein Sträußerl vom Liebsten, … drobn am Berg“.

Das Hafenduo
zupft noch einmal bayerische Stubenmusi.

Marianne Spengler
liest zum Ausklang das schon zur Tradition gewordene Ellighofen-Gedicht ihrer Großmutter.

Fast alle Dialekte waren verständlich, manche schwerer, doch sie klangen, genau wie die Musik der beiden Gruppen, noch auf der Heimfahrt im Ohr.
Das Hemd trocknete, nicht zuletzt wegen des phänomenalen Besucherandrangs, erst nach und nach ab, so berichtet

Fred Fraas