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Die Sprache im Herzen

Wieder einmal durfte in Ellighofen beim Brunnenwirt dem Dialekt gefrönt werden.

Nach ersten Harfenklängen vom Uttinger Harfenduo und einleitenden Worten des Moderators Klaus Köhler konnte die heimische Marianne Spengler mit dem Ellighofen-Gedicht ihrer Tante Thekla Balser gleich für den passenden Einstieg sorgen.

Das folgende oberfränkische „Wirtshausgedicht“ von Friedrich Fraas, sowie Monika Hrastniks Bekenntnis „Boarisch bin i gmacht worn!“ schlugen dann einen großen bayrisch-harmonischen Bogen. Als donauschwäbisches Zwischenspiel erinnerte sich Carmen Kraus an ihre „Urle“, die Urgroßmutter. Hannelore Warreyn bezauberte mit „Da Stempl“ und anderen Kleinodien, bevor Roland Greißl einen gerade am Pranger stehenden Sportfunktionär bekennen ließ: „I bin da Depp!“
Darauf musste einfach eine Denkpause folgen, in der Frau Spengler wieder durch das benachbarte Weiß-Anwesen führte. Engagiert lobte sie auch gleich nach der Pause die Tradition und das Handwerk mit dem „Maibaum-Gedicht“.

„Wos dadsd dou du?“, fragte Max Dietz in seinem oberpfälzischen Gedicht; eine lechroanerische und oberbayrische Übersetzung, gelesen von Roland Greißl und Gerwin Degmair, erleichterten den Zuhörern die Antwort. Dann berichtete Claire Guinin von einer Genoveva und deren „schweren“ Kindheit in „z’Middog“, und Klaus Köhler las in Plattdeutsch von einem 50. Geburtstag, einem Lehrer und seiner Schulklasse – dabei musste er aber schon in Standardsprache dem Verstehen nachhelfen! Schließlich verteidigte Gerwin Degmair „sei neis Radl“ in gewohnt souverän-dichterischer Art.

Es war wieder einmal ein lockerer, entspannter Abend, der mit ein paar Mundart-Witz-Zugaben von Roland Greißl und Klaus Köhler sein fröhliches Ende fand. An das fleißige und gut aufgelegte Uttinger Harfenduo soll hier nochmals extra dankbar erinnert werden!

Max Dietz