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Mundart vom Allgäu bis Holstein


Sterben Dialekte aus? Nicht in Ellighofen! Der Landsberger Autorenkreis hatte zur Mundartlesung eingeladen, es sollten Geschichten und Gedichte in verschiedenen deutschen Idiomen zu Gehör gebracht werden. Wer dazu beitragen konnte, war herzlich eingeladen mitzumachen. Das wollten dann erst einmal diejenigen, die es gewohnt waren mitzumachen, denn diese Lesung in Ellighofen kann inzwischen einige Traditionen aufweisen, zum Beispiel die Lokalität Brunnenwirt, die Begleitmusik Uttinger Harfenduo, die Nachbarin Marianne Spengler als Gastleserin, und natürlich die Protagonisten vom Landsberger Autorenkreis, allen voran das „Nordlicht“ Klaus Köhler als Moderator. Aber es kamen auch „Neue“ zum Lesen und zum Zuhören, sogar, und das freute die alten, einige recht junge Gäste.

Die Reihenfolge der Beiträge – aus dem Hut gezogen und hier in Ausschnitten – eröffnete Marianne Spengler mit der „Wallfahrt nach Andechs“ von Thekla Balser, dann erinnerte Inifrau von Rechenberg an Hauchbuildn, Max Dietz deklamierte in Oberbayrisch und Oberpfälzisch (Rou), und Fred Fraas beschenkte in bissiger Liebe seine Heimat (Franken, mein Franken). Klaus Köhler ließ einen Franz fünfzig werden (Franz warrt föfftig), Klaus Wuchner erinnerte sich in ein paar Versen an Freiburg, Monika Hrastnik an ihre Eindrücke in Berlin und Lore Kienzl an ihre Schwester Lilly Zeiler in „Doktor-Latein“. Für Inifrau von Rechenberg war dann noch genug Zeit, um die vorher ausgesparte „Häuslfrau vom Stachus“ vorzutragen. Marianne Porsche-Rohrer, Roland Greißl und Klaus Wuchner durften mit lustigen Kurzbeiträgen die Lesung beschließen.

Das Duo Edeltraut Dittler und Waltraud Schweyer zupfte in den Autoren-Denkpausen, was das Zeug – die Harfe – hielt, und sorgten so für Extrawärme in der Herzgegend. Insgesamt war es also wieder eine gelungene Veranstaltung, und der Autorenkreis hat allen Grund, die Traditionslesung beim Brunnenwirt fortzusetzen.

Max Dietz