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Zwischen internationalen Romanen, Kinder- und Sachbüchern und Sonstigem, was mit Buchstaben gefüllt ist, traf sich der Landsberger Autorenkreis zu seiner jährlichen Nordlesung. Ort des Geschehens war die Bücherei in Kaufering. Heidenore Glatz begrüßte die Autoren und Gäste zwischen den leise flüsternden Büchern mit einem Frühlingsgedicht, die weitere Moderation übernahm dann Helmut Glatz. Das Losverfahren entschied die Lesereihenfolge.


Roland Greißl
schuf mit seinem Sieben-Strophen-Gedicht der türkischen „Geisterstadt“ Kayaköy ein literarisches Denkmal. Hans Schütz ergründete den Tod König Ludwigs des Zweiten. Er stellte die Behauptung in den Raum, dass der König nicht tot war. Ist das Geheimnis nun gelüftet? Angelika Müller erzählte vom Ende eines langen Traumes und dem Frühlingserwachen mit der Ahnung verschlafener Sinne. Heinz Otto Singer fasste die Gedanken eines syrischen Flüchtlings in bewegende Worte, um danach die Geschichte eines Raben zu erzählen, der Hein Otto Trost zu spenden vermochte.

Heidenore Glatz meldete sich mit einer Geschichte über den Aufruhr im Erdreich zu Wort. Sie berichtete von unterirdischen Machtkämpfen zwischen jungen und erwachsenen Blumenzwiebeln, die auf ihre Blüte warteten. Helmut Glatz erzählte dem Publikum eine verrückte Geschichte von einem Stein, der plötzlich auf dem Teppich lag und, am Fenstersims angekommen, das Wort Rhododendron sprach.


Paul Wendland
formulierte mit seinen Texten eine wahre Hymne auf das Leben und skizzierte die Geburt als das Frühlingserwachen des Bewusstseins. Reinhard Wendland forderte die Anwesenden mit Frühlingsgedichten zum Nachdenken auf, indem er fragte: in der Kürze liegt die Schärfe? und: trifft die Würze immer die Gedanken des lyrischen Besserwissers? Monika Hrastnik befasste sich mit dem ewigen Frühjahrsthema Diät, bevor sie von einem Besuch im Botanischen Garten bei den Schmetterlingen erzählte.

Max Dietz beschrieb den Schwindel, der den Menschen in dieser Jahreszeit streift, als Frühlingskosen und träumte vom ersten Besuch im Biergarten, der trunken macht von Bier und Frühlingsglück. Sandro Wirth sinnierte über die Menschen, die heranwachsen, Hoffnung, die man nie aufgeben sollte, und das Warten auf ein bisschen Glück, selbst wenn Worte wie Messer sind, ehe er von Puzi berichtete, der pubertären Zicke.

Die literarischen Darbietungen wurden immer wieder getragen und umrahmt vom Kauferinger Kammertrio. Annegret Fischer-Fey, Michael Fey und Dr. Anna Katharina Freifrau von Schnurbein spielten Stücke von Couperin, Bach und Haydn. Nach zwei Stunden verließen ein zufriedenes Publikum und inspirierte Autoren die Bücherei in guter Stimmung, voller Neugierde, was der Landsberger Autorenkreis in seiner nächsten Lesung, am 7. April 2017 im Café FilmBühne in Landsberg, anbieten wird.

Monika Hrastnik

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