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Kunst und Sprache als Erlebnis

Bereits zum vierten Mal trafen sich Mitglieder des Landsberger Autorenkreises in der Säulenhalle, diesmal unter dem Motto „Erlebnis Kunst“. Umgeben von Kunstwerken des RBK und entspannender Musik von der Querflöte – exzellent vorgetragen von Claudia Riedenauer und ihrer Schülerin Tanja – wurden die Beiträge der Autoren über die Kunst als Erlebnis wieder zum Abenteuer für die Zuhörer.


Die Moderatorin Lore Kienzl, Mitglied des Autorenkreises und des RBK, führte wie immer souverän durch die Lesung. Quasi als Einleitung pries Max Dietz in einem Essay die Kunst als ein Geschenk der Freiheit, in der sich das Absolute offenbare. Carmen Kraus und Heidi Glatz warben in Gedichten über Kunstwerk und Kunsterlebnis für mehr Offenheit bei der Begegnung mit der Kunst, deren therapeutische Möglichkeiten Marianne Porsche-Rohrer amüsant aus medizinischem Blickwinkel betrachtete. Monika Hrastnik erinnerte sich an eine Vernissage und ihre Begegnung Kunst-Natur.

Ein Putzeimer durfte bei Boris Schneider zu einem missverstandenen Erlebniskunstwerk mutieren, während Angelika Müller und Renate Exsz die Natur als Fest der Sinne begriffen, voll mit künstlerischem Leben, das unser Herz berührt. In seinen „Göttlichen Notizen“ waren bei Joachim Giebelhausen die Kunst gar ein Lieblingsspielzeug des Allmächtigen und das Volk der Künstler die Interpreten seiner Schöpfung. Helmut Glatz, tiefsinnig und hintersinnig wie immer, entführte sein Publikum in einen „Synästhesiepark“, in dem die Kinder im „Verstandkasten“ spielten, Kochkunst durch Essmusik zur Heilkunst und die Dichtkunst riechbar wurde. K-u-n-s-t, so Gerwin Degmair schließlich, erklärt sich durch seine Buchstaben: Kummer und Not sind tot.

Sehr lebendig also war diese Begegnung Autorenkreis–Bildende Kunst wieder einmal!

Max Dietz