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Geschichten und Gedichte an verwunschenen Plätzen


Die Lesung von Mitgliedern des Landsberger Autorenkreises fand heuer zum elften Mal statt. 2008 startete die erste Veranstaltung in der Natur, und bis heute ist es für die Autoren immer noch etwas Besonderes, im Freien zu lesen. Die „verwunschenen Plätze“ im Lechpark in der Pössinger Au kennen mittlerweile viele Literaturbegeisterte, die sich oft extra für das Ereignis Richtung Wildpark aufmachen.

Es ist eine zauberhafte Stimmung, wenn man unter schattigen Bäumen Gedichte und Geschichten vorträgt und dabei mitunter ein Reh vorbeischaut oder ein Wildschwein von ferne grunzt. In diesem Jahr war der Sonntag von herrlichem Sommerwetter gekennzeichnet, was viele Wanderer und Zuhörer in die Natur und zu den Lesenden lockte.

An den Stationen, die man mit einem am Parkeingang verteilten Handzettel erwandern konnte, hatte das städtische Forstamt wieder Bänke zur Verfügung gestellt. An den fünf Standorten waren jeweils ein oder zwei Autoren vertreten.

In der Nähe des Parkeingangs beim Pavillon am Kneippbad trugen Renate Exsz „Gedachtes, Gelachtes“ und Gerwin Degmair „heitere Geschichten aus der alten Kommode“ vor. Im Grünen Klassenzimmer unterhielten Monika Sadegor und Theresa Schermer die Zuhörer mit „Geschichten vom Leben und von der Liebe“.

Angelika Müller und Helmut Glatz hatten am Alten Pumphaus beim Wildschweingehege Platz genommen. Sie lasen „Lebenslinien und andere Kapriolen“ und „schräge Geschichten für Groß und Klein“. Am Leseort vor der Wildfütterung waren in diesem Jahr Marianne Porsche-Rohrer mit ihrem sehr passenden Buch „Dr. Wald hilft Jung und Alt“ und Thomas Glatz mit „Mitgehört und aufgeschrieben“ zu finden. Und bei der Hütte am Biberaltwasser wartete schließlich Max Dietz mit „spannenden Geschichten und tiefsinnigen Aphorismen“ auf die Besucher.

Manche Zuhörer eilten schnell von Station zu Station, andere wurden von einzelnen Texten so gefesselt, dass sie sich gar nicht losreißen konnten. Und eine literaturbegeisterte ältere Dame, die schon zum vierten Mal teilgenommen hatte, meinte, die Lesung des Autorenkreises gehöre für sie einfach zum Landsberger Sommer, und sie komme im nächsten Jahr gewiss wieder vorbei.

Helmut Glatz