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Einladung zum literarischen Philosophieren


Dem Sinn des Lebens, meinte zur Einleitung der Moderator Fred Fraas, müsste doch fabulierend und lamentierend näherzukommen sein, indem ihm die zahlreich erschienenen Autoren in „Lebensgedanken“ auf den Grund gingen.

Um es vorwegzunehmen: diesen Grund hat auch an diesem Abend keiner erreicht, denn je näher man ihm kommt, umso trüber wird es. In mittleren Tiefen lässt sich dagegen gut schwadronieren, da ist man auch schnell in gleichgesinnter Gesellschaft.

Da wird man dann bedeutungsvoll woher, wozu, wohin getragen, begegnet flüchtigen Bildern von Liebe und Glück, weltverlorenen Träumen, sogar Schöpfungsmythen, um schließlich, von Sehnsucht nach Harmonie geleitet, doch wieder nur am Schallloch eines Cellos zu landen. Die Sinngebung liegt eben doch bei jedem selbst.

Wie zielgerichtet ist das Ganze? Ist die Lebenskraft eine Leihgabe zum Reifen, oder reicht es nicht einfach nur zu sein? Hilft Celloorchester oder Wiesenorchester, Kirchenchor oder Galgenhumor? Oder beides? Während all dieser Fragen verrinnt die Zeit in Vergänglichkeit, und die Quintessenz aus Glaube und Verstand harrt wieder einmal einer Antwort.

Naja, es sind trotzdem einige Botschaften hängen geblieben. Zum Beispiel: Weisheit trifft stets ins Schwarze, Allem Anfang wohnt ein Ende inne, oder: Die Evolution stellt die einzige Gegenkraft zur Entropie dar.

Aber unabhängig von dem, was der Einzelne behalten hat, die Faszination des Themas spiegelte sich in den Gesichtern aller Anwesenden. Schön, dass wir darüber geredet haben!

Max Dietz