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Liebe ist nicht nur ein Wort


Moderatorin Theresa Schermer hatte eingeladen, und fast alle kamen. Alisa-Maria Rager spielte auf der steirischen Harmonika Liebeslieder, dazu die purpurrote Dekoration, inklusive Dirndlschürze der Moderatorin, berührende Worte und Zitate als verbindende Elemente zwischen den einzelnen Beiträgen – alles war liebevoll gestaltet, und 17 lesende Autoren sowie einige Gäste lauschten einer bunten Mischung von Texten zum Thema Liebe.

Zu Beginn schwärmte Heidenore Glatz in zarten Worten von der Liebe zu den Jahreszeiten, von Vertrauen und bleibender Liebe. Bei Marianne Porsche-Rohrer zeigt sich die Liebe von einer nahezu dramatischen Seite, wenn Bernhard mit seiner liebesunerfahrenen Monika den Malventee am Kanapee trinkt. In einer alten Villa begab sich Monika Sadegor nach dem Tod der alten Besitzerin auf Spurensuche der Vergangenheit und fand, wie könnte es anders sein, Liebesbriefe.

Anspruchsvolle und tiefgründige Lyrik, Inifrau von Rechenberg ist die Meisterin dieses Metiers. Verstehen auch ohne Worte, diesem altbewährten Liebesbeweis widmete Max Dietz seine Geschichte. Wahre Liebe zum Autorenkreis bewies Gerwin Degmair, indem er, obwohl er krankheitsbedingt fehlte, sein „Liebesgedicht an sein Lieblingsgedicht“ per E-Mail zum Besten gab.

Benno von Rechenberg nahm die Zuhörer in seinem neuen Roman „Wo ist Aschera“ mit auf eine geheimnisvolle Wanderung durch die Nacht. Lieder, die ihr kleines Herz beglücken, konnte man vernehmen, wenn man der kleinen Meise von Carmen Kraus lauschte. Ein Rätsel präsentierte Theresa Schermer für den Teufel; kaum zu glauben, aber wahr: das Lösungswort hieß „Liebe“.

Berührt nahmen bei Klaus Köhlers Erzählung die Zuhörer Anteil an der Trauer des kleinen Buben, der mit viel Liebe eine junge Krähe aufgezogen hatte; sie ertrank in einer Regentonne. Gedichte zum Schmunzeln bot Hannelore Sasvari über ein Aquarium und die gemeine Schwiegermutter. Klaus Wuchners Beobachtungen zum inflationären Gebrauch des Wortes „Liebe“ stimmten nachdenklich, als Ruth Jakob sie vorlas.

Bei Sandro Wirth ging es um tiefe Gefühle beim Abschied auf dem Bahnsteig. Roland Greißl beschreibt die Liebe als das Wort, das Unmögliches möglich und Mögliches unmöglich macht. Jungstar Lea Wirth berichtete in berührender Weise über eine unglücklich verlaufende erste Liebe. Petra Hinterstößer betrachtete traurige Facetten der Liebe, nannte sie aber auch einen „Ort, an dem man die ganze Welt vergisst“.

Mit zarten Worten dachte Reinhard Wendland an seine liebe kleine Katze, die von einem Auto überfahren wurde und schilderte zudem liebevolle Gefühle beim Aufwachen am Morgen. Mit einer fast schon frivolen Geschichte, die mit einem im Aufzug liegen gebliebenen eleganten Lederhandschuh beginnt und mit einem Kuss endet, beschloss Theresa Schermer den schwungvollen Abend.

Fazit der vielseitigen Liebesanalyse: Liebe ist nicht nur ein Wort, sondern eine reiche Quelle, nicht nur für die Landsberger Autoren. Danke, liebe Theresa!

Marianne Porsche-Rohrer