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Ohrenschmaus im Landgasthaus


… hatten der Landsberger Autorenkreis und Moderator Gerwin Degmair versprochen, als sie zur Freien Lesung in den Kramerhof nach Riederau einluden. Und der Ohrenschmaus geriet fast zu üppig, denn nicht weniger als 20 (!) Autoren hatten sich zum Lesemarathon angemeldet. Absoluter Rekord! Darunter waren acht Teilnehmer, vor allem aus dem Ammerseebereich, die zum ersten Mal vor diesem Kreis lasen. Auch das ein Rekord!

Die Themen waren wie immer breit gestreut. Das reichte von den ernsten, berührenden Texten über Tod und Demenz von Angelika Müller und Heidi Glatz bis zu heiter-philosophischen Gedichten und Geschichten von Marianne Porsche-Rohrer, Helmut Glatz, Joachim Giebelhausen, Max Dietz, Klaus Köhler und Paul H. Wendland. Dazwischen erzählte Claire Guinin von ihrer Bekanntschaft mit den Wittelsbacher Prinzessinnen während der Nachkriegszeit, nahm Carmen Kraus die Zuhörer auf eine Wanderung um den Staffelsee mit, schwärmte die 88-jährige Ida Rittner von den Wundern der Natur auf einer Frühlingswiese. Nicht zu vergessen die jüngste Teilnehmerin: Die elfjährige Verena Wessels überraschte diesmal mit einer spannenden, märchenhaften Parabel vom schönen und vom hässlichen Land.

Gespannt war man natürlich auf die „Erstleser“: Erni Wolf las ein nachdenkliches Gedicht „Die Liebe im Spiegel“, Christiane Frank-Brumm und Eva Klose beschäftigten sich mit der Frage „Wer bin ich“, Eva Maria Jung besang den schönen Ammersee, Chante Schwanthaal stellte ihr neues Fantasy-Buchprojekt vor, Ilse Stempel schließlich dokumentierte, in welch abgrundtiefe gedankliche Hohlwege man beim Kochen einer Tomatensuppe geraten kann, und Adelheid Vogel beeindruckte mit ihren lyrischen Reflexionen „Möwenflug“ und „Abschied vom Damwild“.

Wahrlich eine Fülle an gereimten und ungereimten Texten, abwechslungsreich und spannend, die von den Zuhörer aber auch viel Aufmerksamkeit und Konzentration erforderte. Zum Glück verschafften die angenehmen Klänge von Dieter Runkel auf seinen Maultrommeln und von Edi Dittler und Waltraud Schweyer mit ihren Harfen immer wieder Gelegenheit zur Erholung und zum nachdenklichen Genießen und fügten zum literarischen noch einen musikalischen Ohrenschmaus hinzu.

Helmut Glatz