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Allzu Tierisches, allzu Menschliches

„Kernstück der Tätigkeit des Landsberger Autorenkreises sind die ‚Freien Lesungen‘ nach dem Motto: Ring frei für Literatur!, wo alle Interessierten nach Lust und Laune eigene Texte vortragen können.“ Dieser Auszug aus der Homepage des Landsberger Autorenkreises, zu lesen schon in der Ankündigung, erfuhr in dieser Freien Lesung seine glanzvolle Bestätigung. Gekommen waren auch wieder ein paar „Neue“.

Allzu Tierisches und allzu Menschliches war Thema des Abends. Waltraud Niedoba stellte aus ihrem Kinderbuch „Panchito und der tibetische Mammuthamster“ den Pinguin vor, Lore Kienzl rezitierte ihr „Philosophisches Gespräch eines Nachtwandlers mit einem Fisch im Garten“, Peter Graefen überraschte mit fabelartigen Kurzgeschichten von Regenwurm, Hund und Mäuserich. „So stirbt der Schwan“ und „Gedanken einer Rabenkrähe“ waren die Titel von zwei tiefgründigen Gedichten von Friedrich Fraas. Und noch einmal wurde es (Mäuse-) philosophisch: „Wie ist die Welt entstanden?“ und: „Wo ist die Welt zu Ende?“, fragten zwei kleine Geschichten aus dem Buch „Radibutz im Hut“ von Helmut Glatz. Nachdem er wieder einmal den Horizont der gespannten Zuhörer erweitert hat, wissen die es jetzt!

Soviel über Tiere als Spiegelbilder des Menschen – nun der Mensch als solcher:

Der gläserne Mensch im Informations-Zeitalter, wo alles dokumentiert wird, beschäftigte Renate Exsz; die Glaskugel des Onkels Bernhard und seine Kommunikationsprobleme schilderte Max Dietz, der für diesen Abend auch die Moderation übernommen hatte.

„Worte können sein wie geladene Pistolen“, mahnte Paul Wendland, wieder einmal wortge-waltig, für Paul Palap besaßen sie sogar Zauberkraft in seiner Geschichte „Heil mich!“ aus der Zeit der Druiden. An seine Kindheit erinnerte Klaus Köhler mit dem Knaben Bendix, der sich zu viele Zuckerrübenschnitzel gönnte – da musste Carmen Kraus doch gleich von ihrer Fastenwanderung berichten, wie immer in tiefsinnig-poetischer Form. Monika Hrastnik schließlich schilderte ihre Reisegedanken durch die eigene Welt und bestätigte, dass auch beim Autorenkreis ein erstes Lesen aufregend sein kann.

Fazit von Helmut Glatz: „Schöne, anregende (und meist kurze) Texte, nie langweilig. Diesmal mit sehr viel Philosophie! Erfreulich die Zahl der neuen Autoren.“

Max Dietz