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Exodus - Auszug - Fliehen - Entkommen


Ob es die Israeliten sind, die aus ägyptischer Sklaverei fliehen oder Ikarus oder wir alle? Es ist stets die Flucht aus unerträglichen Verhältnissen und Gefühlswelten. Immer wieder geraten wir in Ausweglosigkeiten, denen wir entfliehen wollen/müssen. Und doch kommen wir nicht umhin, die Regeln des Seins aus unterschiedlichen Perspektiven auszuloten, das heißt in den Tiefen unseres Geistes zu ergründen, ob wir davonlaufen müssen oder doch Widerstand leisten und bleiben?

Fragile, philosophische Räume öffnen sich in literarischen Texten, die über das Spiel mit Worten und Klischees hinausweisen. Sie graben tiefer, verletzen und trösten, finden oft keine Antworten und lassen uns mit noch mehr Fragen zurück. Symbolwelten führen an die Grenzen unserer Wahrnehmung, die poetischen Bilder entziehen sich dem rationalen Verstehen.

Thematische Bezüge, die bis in unser Alltagsgeschehen ragen, werden geknüpft und wieder aufgelöst: wie ein Jazzmusiker, der das Thema verlässt, sich in andere Sphären begibt, um am Ende doch wieder, reicher an Erfahrungen, zurückzukehren.

Nicht zuletzt zwingt uns die Vergänglichkeit, Altes zu verlassen, den Auszug zu neuen, unbekannten Räumen zu wagen.

Der Exodus ist in uns angelegt.

Franz Oberhofer