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Viele Schlüssel zum Glück gefunden


Ein Abend zum Glücklichsein war es, zu dem der Landsberger Autorenkreis unter der bewährt geistreich-spritzigen Moderation von Theresa Schermer eingeladen hatte – hochsommerliche Temperaturen im Landsberger Café FilmBühne, im Hintergrund Lachen und Kindergeplapper aus dem benachbarten Schwimmbad, schwungvolle Musik mit Alisa Maria Rager auf ihrer Steirischen und ein Dutzend Autoren, die das Thema Glück aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchteten und zu erforschen suchten.

In einer spannend-dramatischen Geschichte erzählte Boris Schneider vom glücklichen Arzt Manfred und seinem neidisch-missgünstigen Nachbarn, vom Lottogewinn, einem Mordversuch, begleitet von dem Fund eines Schatzes, von Liebe auf den ersten Blick und einem Heiratsantrag.

Glücksgedichte folgten von Gastleserin Ilona Joensson über die Geburt des ersten Kindes, ihren Glücksgarten, über Purzelbäume und Sprünge vom Sprungbrett bis zu Dachkämmerlein-Träumereien. Glück in ganz praktischer Form erlebt Klaus Wuchner immer wieder auf seinen Reisen, wenn er auf liebevoll-hilfsbereite Menschen trifft, die ihm ganz spontan ihre Unterstützung anbieten, wenn etwa der Mobility-Service der Bahn versagt.

Mit einem lustigen Katzenbrief über eine „falsche“ Mama und den „falschen“ Papa brachte Corinne Haberl die Zuhörenden zum Schmunzeln und Nachdenken. Tiefgründig philosophierte Sandro Wirth dann über das Glück in allen Facetten, von Liebe zu sich selbst, die kein Egoismus ist, von Zufriedenheit und trüben Tagen am See. Es ist ein Glück, wenn man mit so wenigen Worten so viel mitteilen kann.

Bei Marianne Porsche-Rohrer stellte sich zunächst die Frage, was Apfelessig und Rucola mit Glück zu tun haben. Die Antwort zeigte sich schnell: das gemeinsame Interesse an natürlicher Medizin und Lebensweise kann zärtliche Gefühle erwecken, und Clean Food kann ebenso wie der Fliegenpilz zum Glücklichsein animieren.

Der Schlüssel zum Glück ist für Michaela Schmitt in ganz beneidenswerter Nähe, im Sommer im Garten beim Qi Gong, der Bewegung der Langsamkeit. Man muss diesen Schlüssel nur finden und verwenden! Die bipolare Selbsterkenntnis mit dem heiligen Rasso, gewonnen von Max Dietz, zeigte sich als nicht ganz leichte Kost, mit der niemals wirklich zu beantwortenden Frage nach Richtig oder Falsch oder nach Gut oder Böse.

Sogar im Märchen von Hans im Glück, modifiziert von Helmut Glatz, war das Glück, obwohl es in vielerlei Gestalt daherkam, nicht wirklich greifbar und verflog gewissermaßen so schnell, wie es gekommen war. Dennoch war Hans glücklich. Ein Traum von Fred Fraas von fremden Ländern mit Markttreiben und Schlangentänzern hätte beinahe mit einer Hinrichtung geendet, aber zum Glück war es nur ein Traum.

Das letzte Wort hatte Claire Guinin. Ihre Erkenntnisse über Glück oder Unglück zeigten große Weisheit: „Es ist ein Riesenglück, kein Unglück zu erleiden“ und „Glück ist kein Verdienst, sondern eine Gabe“. Einen besseren Schluss hätte man sich kaum wünschen können.

Ein wahrhaft lohnenswerter Abend mit einem lohnenswerten Thema! Es ist zu vermuten, dass alle Gäste ein wenig glücklicher nach Hause gingen, als sie gekommen waren, eine pfiffige Melodie von Alisa Maria Rager summend und mit der Einsicht, dass es ein großes Glück ist, Mitglied in so einem tollen Autorenkreis zu sein.

Marianne Porsche-Rohrer