Sie sind hier: Berichte

Von der Leere, in der Phloxwunder und Lebensrad aufeinandertreffen

Einige Interessierte fanden sich am Freitagabend im Nebenzimmer des Restaurants „Il Lago Di Garda“ ein, um Gedanken anderer zum Thema Fasten zu lauschen oder aber eigene Gedanken kundzutun. Die Moderation hatte an diesem Abend Hannelore Warreyn, und sie hoffte in ihrer Begrüßung, dass viele unterschiedliche Vorträge den Abend zu einem Gewinn machen würden.

Gabriele Gerlach eröffnete den Reigen der Lesenden. Sie machte sich Gedanken über dies und jenes und ließ sie wieder verfliegen, ließ sie schleifen, wollte sie festhalten. Tiefgründig wurden diese bei ihren Erinnerungen, die einem Kriegstagebuch entnommen schienen. Max Dietz war anschließend auf der Suche nach lyrischen Gedanken. Er fabulierte über „Samsara“, das altindische Lebensrad, stellte Fragen an die Stimme aus dem Ungewissen und sinnierte über Werke von Hesse und Kant. Hannelore Warreyn wusste Interessantes von ihrer Fastenkur zu berichten und schilderte deren Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

Monika Hrastnik machte sich Gedanken über das Leben selbst, kam zu dem Schluss, „wie ich es auch dreh und wende, meist nimmt es das gleiche Ende“ – und schloss darum ihren Vortrag mit Reisegedanken. Franz Oberhofer erkor Frühling und Sommer zu seinem Thema: Er philosophierte über ein Phloxwunder, das im Lauf des Tages auf wundersame Weise seine Farbe veränderte, über den Stein der Frühlingsweisen, auf dem sich Blüten ausruhen, über den Geruch des Sommers, „doch überschattet Kleingetier zuweilen höchste Lit’ratur“ in seiner kleinen Gartenlyrik. Nach einer kurzen Pause trug Paul Wendland schwerelos seine geistigen Konstruktionen vor. Das Wachsen und Reifen in Verbindung von Herz und Seele, die späte Erkenntnis eines Weltenwanderers und die Entwicklung des menschlichen Geistes auf unserer Erde beschäftigten ihn.

Carmen Kraus sann mit ihrem Gedicht „Ich gehe“ über die erfolgreiche Suche nach der eigenen Spur nach; die Einsicht durch Wandern zu gewinnen, war ihr Ziel, und dabei Ruhe zu finden und ihren Dank ans Leben zu richten. Reinhard Wendland berichtete über zwei, die sich ergänzen, nämlich Dichter und Denker, und über ruhige Momente, die jeder in seinem Leben braucht. Sabine Smolik-Pfeifer mahnte, über das unverdiente Geschenk eines guten Lebens nachzudenken, und riet dazu, geistig und körperlich zu fasten, um die Natur zu genießen.

Gerwin Degmair stellte die Frage „Tod, wer bist du?“, machte das Nichts zu einem Objekt und ließ Cupido und Libido sich entfesseln vom Inkognito. Last but not least hat Klaus Wuchner „geistig gefastet, nicht darauf geachtet, was andere dachten“, und so konnte er sich „zurück auf Tagesrealitäten lenken“, um gern wieder an die Fastenleere zu denken. Hannelore Warreyn verabschiedete die Autoren und Zuhörer und entließ, einige davor sehr nachdenklich, in ein schönes Wochenende mit den besten Wünschen für das nahende Osterfest.

Monika Hrastnik