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Gedankenblitze und Wortgeflitze am Ammersee-Westuf



Am 14. Juni 2013 gastierte der Landsberger Autorenkreis bereits zum dritten Mal zu einem freien Leseabend im Landgasthof „Der Kramerhof“ in Dießen-Riederau. Die Musik lieferte wie gewohnt das Uttinger Harfenduo.

Der Moderator Gerwin Degmair hatte die begründete Vermutung: „Gedankenblitze und Wortgeflitze“ werden sich wieder zu einem bunten Wetterleuchten am Abendhimmel des Ammersee-Westufers zusammenbrauen! Er wurde nicht enttäuscht – assistiert von seiner Frau durfte er 21 Anmeldungen aus dem Hut ziehen lassen!
Gerwin Degmair begrüßt und weist auf das Motto des Abends hin: Gedankenblitze und Wortgeflitze. Er bittet die Autoren, sich jeweils auf einen kürzeren Beitrag zu beschränken.
Dann wird gezogen:

Claire Guinin: liest eine spannende Erinnerung aus ihrer Jugend, wie im Juli 1944 Feuer in der Schihütte ausbricht.
Anneliese Grass: poetische Gedichte: Eifersucht, Falter.
Roswitha Gerwin: ein Gedicht Ammersee-Stimmung.
Eva Klose: ebenfalls ein Gedicht. Blick aus dem Fenster auf den Park in Pähl.
Florian Weber (Schongau): Tiergedichte, die auf Beobachtungen beruhen: Zwei Pferde. Das Eichhörnchen.
Fred Fraas: Fränkischer Teufel – über einen Zuhälter und Dealer.
Verena Wessels (Utting), 13 Jahre alt: zwei gereimte Gedichte. Tannenbaum. Eicheln.
Joachim Giebelhausen, zusammen mit Doris Giebelhausen: „Satirikon“, der Sprachcomputer; mit eingestreuten Volksliedern und wie sie vom Sprachcomputer „modern“ übersetzt werden.
Hannelore Wareyn: Gedichte: An meinen Freund, Entfremdung, Gedankenspiel und anderes.
Peter Nickel (Pürgen) mit Begleiterin: „Gedichte mit der Mundharmonika“. Sie spielen auf zwei selbstgebauten Instrumenten auf eindrucksvolle Weise den Entertainer und anderes.
Lore Kienzl: eine satirische Geschichte, die sie von ihrem türkischen Reiseführer in Kapadokien gehört hat.
Paul Wendland: in gewohnt eindrucksvoller Form Gedichte. Zugeflogene Gedankenreime. Steinbruchbetrachtung.
Klaus Köhler: eine Episode aus der Kindheit von Bendix: Wie ihm die Oma eine Warze weggehext hat.
Roland Greißl: „I bin da Depp“ (in Mundart), politische Satire aus aktuellem Anlass.
Astrid Greiff: balladenhafte Gedichte. Der Schmetterling. Der Hund. Auswendig, mit sehr viel schauspielerischem Engagement vorgetragen.
Angelika Müller: zwei Gedichte: Augenblickshaft. Eitles Gehabe.
Marianne Porsche-Rohrer: gute Ratschläge zur Sommerzeit (bei Wespenstich). Wie immer heiter auf den Punkt gebracht.
Max Bayer (Utting): bairisch gereimt, in Knittelversen. Von der Brummelsupp’n in der Ehe.
Heidi Glatz: „Blitzschnelles“ Regengedicht. Ein Herz voll Liebe.
Monika Hrastnik: Wortgewitter.

Gerwin Degmair beschließt die Veranstaltung, Blumengeschenk an die Musikantinnen, die noch eine Zugabe bringen müssen. Sein Abschlussgedicht: „Alter schützt vor Torheit nicht“, hier auf einen Enterich bezogen.

Ein vielseitiges Programm, Texte mit ganz unterschiedlichem Charakter, ein literarischer Fleckerlteppich. Auffallend auch der besondere Zuspruch der örtlichen Autoren. Durch die Anzahl der Lesenden war der Ablauf natürlich zeitlich sehr gedrängt, Gerwin Degmair und „seine“ Musikanten taten jedoch das Ihre, um die Hatz erträglich zu machen. Bei der angeregten Unterhaltung zum Ausklang des gelungenen Abends wünschten ihm denn die Autorenkollegen schon mal viel Erfolg als Steuermann seiner nächsten Ammersee-Lesung.

Max Dietz und Helmut Glatz