Wildparklesung - 20.8.2017

Literatur und Natur im der Pössinger Au


Mitglieder des Landsberger Autorenkreises lasen nunmehr schon das neunte Jahr in Folge Geschichten und Gedichte aus ihren eigenen Werken an „verwunschenen Plätzen“ im Wildpark in der Pössinger Au. Nach brütender Hitze, Nieselregen und Mückenplage an den Tagen davor waren die Bedingungen bei teils bedecktem, teils sonnigem Himmel und milden Temperaturen dieses Mal optimal. Entsprechend viele Leute nutzten den Sonntag für einen Spaziergang im Wildpark und ließen sich von den Autoren zu den Lesestationen locken, an denen das städtische Forstamt wie gewohnt Bänke zur Verfügung gestellt hatte.


So warteten an manchen Stellen schon einige interessierte Zuhörer, als die Autoren noch gar nicht fertig ausgepackt hatten. Welch eine Motivation! Das Publikum war stellenweise sehr ausdauernd, gab Rückmeldungen und stellte auch Fragen, was die Autoren sehr freute. Das Angebot des Autorenkreises konnte sich wieder sehen oder vielmehr hören lassen: An den fünf Standorten, die sich bequem erwandern ließen, waren jeweils ein oder zwei Autoren vertreten. Von Gurnemanzgeschichten bis zu Lyrik über den Wellengang des Lebens, von Humorvollem aus Vitalien bis hin zu Märchen über Meerjungfrauen konnte sich Jung und Alt nach eigenem Geschmack die Rosinen aus dem Angebot herauspicken.


In der Nähe des Parkeingangs beim Pavillon am Kneippbad ging es in diesem Jahr lustig zu. „Fit in Vitalien und andere Naturalien“ hieß das Thema, dessen sich Heidenore Glatz und Gerwin Degmair angenommen hatten. Im Grünen Klassenzimmer bekamen Kinder, die sich eine der Kindergeschichten von Inifrau von Rechenberg oder Boris Schneider anhörten, einen großen Schusser oder mit Glück sogar eine bebilderte und signierte Version der gelesenen Geschichte geschenkt. Am alten Pumphaus las Angelika Müller Lyrik und Gurnemanz-Kurzgeschichten, von denen auch Helmut Glatz welche dabei hatte. Mit seinen fantastischen Geschichten nahm er die Zuhörer mit auf eine lustige Reise. Auch Thomas Glatz hatte neben seiner Gitarre zur musikalischen Untermalung Gurnemanz- und andere Kürzestgeschichten mit an seinen Leseort vor der Wildfütterung gebracht. Bei der Hütte am Biberaltwasser wartete Theresa Schermer mit „Geschichten von Oma und Opa“ und mehr auf die Zuhörer. Petra Hinterstößer trug, wie angekündigt, Überraschungsgedichte vor; vom witzigen Tatsachenbericht über Janas Gras bis zur nachdenklichen Gegenwart von Flüchtlingen und Tod ließen sich die Zuhörer sehr beeindrucken. Da diese Station am Ende der literarischen Wildpark-Wanderung lag, konnte die Autorin auf Wunsch noch einige Zugaben bis weit nach 17 Uhr geben.


Alles in allem wurde die von Boris Schneider organisierte Lesung von den Beteiligten wieder als Erfolg gesehen. Diese spezielle Art, die eigene Literatur unter die Zuhörer zu bringen, hat sich mittlerweile gut etabliert und findet mehr und mehr Anklang. Wer sich jetzt ärgert, dass er es verpasst hat, sich bei Mutter Natur Geschichten und Gedichte vortragen zu lassen, der kann auf nächstes Jahr hoffen, wenn Literatur und Natur im Lechpark den zehnten Geburtstag feiern.

Boris Schneider


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