Freie Lesung zum Frauentag - 8.3.2019

Frauen im Spiegel der Poesie


Der Abend am Frauentag sollte ganz selbstverständlich ihr – der Frau – gehören. Moderiert von Fred Fraas, verlief der Austausch von Texten im Café FilmBühne ganz unaufgeregt friedfertig zwischen den Geschlechtern. Überraschend aber schon die thematische Breite des Vorgetragenen. Das erstaunte Publikum hörte von abgeschnallten Gliedmaßen, von abgeschnittenen Köpfen und Zöpfen, dann wieder von der hilfsbereiten Magd und der „Fregatte“ mit ihrem „Beiboot“ (dem Gatten) unterm Arm. Eine Frau kann eben vieles sein, wenn man sie im Spiegel der Poesie betrachtet. Sie selbst sieht sich – wenn sie über sich schreibt – als komische Alte mit tiefen Lachfalten oder Kopftuchmädchen mit frechem Bubikopf. Schließlich erkennt sie sich als Kunstwerk der Schöpfung, vielmehr deren Meisterstück.


Für den Mann bleibt sie wohl für immer das „verehrte Fräulein Unbekannt“. Fernerhin sorgten sich männliche Autoren an diesem „Frauenabend“ um die Schatten, die Frauen werfen, wenn sie den „lichten Weg“ gehen auf der „nicht endenden Straße“, riefen ihnen zu: „vereinigt euch!“. Kritischer kam die Geschichte mit dem Wolf als Knecht von sieben Geißen und am Ende das Stoßgebet: „Herr, gib uns das Zölibat!“ Damit konnte man sich schon mal auf das Thema der nächsten Lesung, „Illusionen und Träume“, einstimmen. Wir werden es sehen, wir werden es hören.


Es lasen Inifrau von Rechenberg, Carmen Kraus, Jürgen Ostler, Hans Schütz, Monika Sadegor, Helmut Glatz, Roland Greißl, Monika Hrastnik, Meike Hauke, Fred Fraas, Lore Kienzl, Peter Asmodai, Max Dietz, Klaus Wuchner, Martje Herzog, Gerwin Degmair, Michaela Schmitt.

Max Dietz



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